Spirituosen aus aller Welt: Sherry

Ob süß oder trocken – dieser Likörwein ist ein vielseitiger Genuss

Jahrzehntelang hatte der Sherry unter einem PR-Problem zu leiden. 

Manche Menschen glauben, es handelt sich hier um eine Spirituose. Das ist nicht der Fall. Sherry ist ein Likörwein, der (manchmal über Jahrzehnte) in Holzfässern reift, bevor er mit einer neutralen Getreidespirituose verstärkt wird, um seinen Alkoholgehalt zu erhöhen, der üblicherweise bei 15 Prozent liegt. Andere sagen, Sherry sei viel zu süß, doch es gibt diesen Wein in verschiedenen Varianten, von denen einige auch trocken sind. 

Und doch hält sich bei manchen die Meinung, es handle sich um ein altmodisches, spießiges Getränk. Die frühesten Überlieferungen dieses Weins gehen mindestens auf das erste Jahrhundert v. Chr. zurück, als der griechische Geograph Strabo schrieb, die ersten Weinreben seien von den Phöniziern in die Region um das spanische Jerez gebracht worden. (Noch heute ist die Stadt Jerez de la Frontera ein stolzer Hersteller von Sherry.)

Einige Jahrhunderte später erfuhr der Sherry die wahrscheinlich größte Steigerung seines Bekanntheitsgrads durch keinen geringeren als einen großen Dichter: William Shakespeare hatte eine große Vorliebe für das Getränk und nimmt in vielen seiner Werke Bezug darauf. In der Palinodie (1619) erklärt Pasquill, dass „alle Getränke vor dem Sherry den Hut ziehen.“

Doch trotz seines bisherigen Daseins sagen Branchenkenner, dass in den letzten Jahren die Hipster eine Vorliebe für Sherry entwickelt und ihm ein Revival beschert haben, insbesondere was die handwerklich hergestellten Varianten angeht. Und nun, da das Getränk ein Comeback erlebt, erkennen immer mehr Leute seine Vielseitigkeit. So passt er gleichermaßen zu Desserts und Hauptgerichten, kann als eigenständiges Getränk gereicht werden oder als zusätzliche Zutat in einem Cocktail.

Falls es Teilnehmer gibt, die sich vielleicht noch nicht von dieser neuen Begeisterung für Sherry haben anstecken lassen, könnten Sie die Gäste verschiedene Varianten verkosten lassen und ihnen die geschmackliche und farbliche Vielseitigkeit dieses Weins näherbringen. Folgende beliebte Sherrys können Sie bei Ihrer Verkostung anbieten:

  • Fino: Der Fino ist der trockenste und hellste aller Sherrys und wird oft aus der sehr säurehaltigen Palomino-Traube hergestellt. Er passt besonders gut zu salzigen Snacks wie Marcona-Mandeln und Kartoffelchips. Eng verwandt mit ihm ist der Manzanilla, eine Sherryvariante, die in der spanischen Küstenstadt Sanlúcar de Barrameda hergestellt wird und dort reift. Sushi und Meeresfrüchte passen sehr gut dazu. Beide Sherrysorten sollten gut gekühlt serviert werden. 

  • Amontillado: Dieser lange gereifte, trockene Sherry hat eine braune Färbung und schmeckt nussig, fast schon umami. Ein Amontillado passt gut zu Paella, Geflügel und Käse.

  • Oloroso: Diese Sorte gibt es als süße und als trockene Variante. Ein Oloroso ist vollmundig und körperreich und passt mit seinem nussigen Aroma gut zu herzhaften Speisen wie Eintöpfen, Chorizo und Wild. 

  • Palo Cortado: Der Palo Cortado ist der Joker unter den Sherrys und entstand eher als Zufallsprodukt. Diese Mischung aus Amontillado und Oloroso ist leichtgewichtig und filigran und harmoniert gut mit Blauschimmel-Weichkäsen, Nüssen und pikanten asiatischen Speisen.

  • Medium/Cream, Pedro Ximénez und Moscatel: Diese Varianten gehören zu den süßen Sherrysorten und sollten bei Zimmertemperatur serviert werden. Sie passen besonders gut zu Blauschimmelkäse und Desserts, insbesondere zu Vanilleeis, Obst und dunkler Schokolade.

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