Clevere Carly: Das können Sie von weltweiten Führungsstils lernen

Wie unterscheidet sich eine Führungskraft in Deutschland von einer in Südkorea? Die clevere Carly verrät es uns

Was zeichnet eine Führungskraft aus? 

Ein in der Technologiebranche beschäftigter Amerikaner erwartet wohl eher eine schlanke Person im schwarzen Rollkragenpullover oder vielleicht auch einen dynamischen jungen Mann in Hoodie und Turnschuhen. Aber ganz gleich, was Ihnen als erste Vorstellung in den Sinn kommt, Sie können davon ausgehen, dass nicht alle diese Vision teilen. Das Erscheinungsbild ist schließlich nur die Spitze des Eisbergs! Sobald wir Grenzen und Kulturen überschreiten, können die extrem (oder auch nur dezent!) abweichenden Führungsstile Auswirkungen auf unsere Geschäftspraktiken haben.

Ob Geschäftsführer eines Großunternehmens oder Besitzer eines Kleinunternehmens, Führungskräfte können wertvolle Hinweise darauf liefern, wie wir mit anderen Kulturen kommunizieren und sogar unsere eigenen Führungsqualitäten verbessern. 

Aufbauend auf einem Harvard Business Review Artikel und Video zu internationalen Führungsstilen werde ich Führungsstile verschiedener Kulturen – und was wir davon lernen können – beleuchten. 

Die synchronisierte Führungskraft

In Lateinamerika (Mexiko, Brasilien, Kolumbien, Chile) und einigen nordostasiatischen Ländern (Chinas Festland, Südkorea, Japan) stehen Umsetzung und Zuverlässigkeit an erster Stelle für eine künftige Führungskraft. Und während Menschen aus diesen Kulturkreisen möglicherweise etwas länger für die Entscheidungsfindung brauchen, muss die Umsetzung nach Abschluss eines Angebotes schnell erfolgen. Eine gute Führungskraft in diesen Regionen handelt im Einklang mit diesem Stil der Entscheidungsfindung und weiß genau, wann und wo man von etwas profitieren kann. 

Lektionen für Sie: 

Ganz gleich ob Sie ein Konzept für eine große Veranstaltung vorstellen oder einen innovativen neuen Kunden vertreten möchten – neue Ideen reibungslos durch Ihre Organisation zu manövrieren, kann kompliziert sein. Wie wir aber von Führungskräften in Lateinamerika und Nordostasien lernen können, ist Unerschütterlichkeit der Schlüssel dazu. Und sobald Sie grünes Licht für Ihre Ziele erhalten, zögern Sie nicht mit der Umsetzung. 

Die opportunistische Führungskraft

Flexibilität ist für Führungskräfte in Deutschland, Dänemark, Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland (und in Ländern mit dem britischen Modell einschließlich Singapur, Malaysia und Hongkong) unerlässlich. Das bedeutet, dass sich Entscheidungen weniger an der einzelnen Person orientieren und Ambiguität eine größere Rolle spielt. 

Lektionen für Sie:

In gleichberechtigten Arbeitsumgebungen gibt es viele Stimmen, daher ist die endgültige Entscheidungsfindung nicht einfach. Dinge können sich schnell ändern und das nicht immer in Ihrem Sinne. Versuchen Sie jedoch, jede Veränderung optimistisch zu betrachten. Sollte einer Ihrer Vorschläge an Ihrem Chef scheitern, präsentieren Sie in der Folgewoche einen neuen. 

Die schnörkellose Führungskraft 

In Ländern wie dem chinesischen Festland, Japan, Nordkorea, Südkorea und den Niederlanden ist „konstruktive Konfrontation“ eine normale Geschäftspraxis, die umständliche, ausschweifende Kommunikation zwischen den Parteien vermeidet. 

Lektionen für Sie:

Obgleich sich gute Führungskräfte – ganz gleich in welcher Region – nie grundlos konfrontativ verhalten, hat auch Direktheit ihre Daseinsberechtigung. Wenn eine Angelegenheit in eine lange, passiv aggressive E-Mail-Kette zwischen Kollegen abzugleiten droht, lässt sich das Problem wahrscheinlich schneller auf persönlicher Ebene klären. 

Die diplomatische Führungskraft

Für Führungskräfte in Neuseeland, Schweden, Kanada und in großen Teilen Lateinamerikas steht ausgefeilte Kommunikation im Vordergrund. Vorgesetzte, Manager, Geschäftsführer und öffentliche Führungskräfte verstehen, dass sie mit Anleitung, Antworten und dem richtigen Umgangston Personen in niedrigeren Rängen vorangehen, sodass undiplomatische Äußerungen verheerende Auswirkungen haben könnten.

Lektionen für Sie:

Ob es Ihnen gefällt oder nicht – als Führungskraft sind Sie immer „im Dienst“. Das heißt, dass jeder Ausrutscher und jede verbale Kritik – auch unbeabsichtigte – dazu führen kann, dass Ihre Angestellten bzw. Untergebenen das Vertrauen in Ihre Führungsqualitäten verlieren. Wenn Sie spüren, dass Sie aufbrausend werden könnten, lenken Sie diese Energie um, z. B. auf einen Spaziergang oder in ein Privatgespräch mit jemandem, der nicht zu Ihrer Organisation gehört. (Die perfekte Gelegenheit, endlich mal wieder mit Mutter zu telefonieren!)

Und kommen Sie unbedingt in zwei Wochen wieder, wenn ich weitere hilfreiche Tipps für Sie habe. In der Zwischenzeit können Sie mir auf Twitter, Instagram und Facebook folgen. 

Jederzeit Ihr Führungs-Guide, 

Ihre clevere Carly

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